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Lauterbach - Einleitung
Liest man ältere Berichte über die Stadt, findet man gerade im Hinblick auf die Architektur recht zwiespältige Beurteilungen. Einerseits wird behauptet ein genügsamer Geist aus Urväter Zeiten drücke Lauterbach seinen Stempel auf, andererseits schwärmen Besucher geradezu von einer Stadt des bürgerlichen Rokoko, obwohl ihr Gesicht im wesentlichen vom Fachwerkbau bestimmt werde.

Herbstmarkt vor dem Stadtschloss Hohhaus am Berliner Platz.
Geschnitzten Türen, Beschläge an diesen, prächtige Konsolen und Pfeiler, Hölzer mit Schmuckbändern seien Zeugnisse der Geschicklichkeit ihrer Handwerker, denn nur die können es verstanden haben, die städtische Formenwelt des Rokoko geschmackvoll auf die Verhältnisse in ihre kleine Landstadt und ihre Bürgerhäuser zu übertragen. Diese Handwerker müssen fleißige Leute und kluge Köpfe gewesen sein, denn wer sonst hat mit Renaissance, Rokoko und Klassizismus in den Bergen Lauterbach zu einer der eigenartigsten Städte gemacht, die man überhaupt finden kann. In diesem Zusammenhang wird erwähnt, dass alle Lauterbacher peinlichst genau die Vergabe von Arbeiten verfolgten. Immer wieder bestanden sie darauf, für keine, auch nicht für kleinste Aufträge, Handwerker aus dem Ausland zu beschäftigen. Auch der Stadtrat unterstützte einhellig diese Forderung, würden dann doch in der Stadt verdiente Gelder nach außen transferiert. Und die Herrschaft, die Riedesel, achteten genau darauf, dass alles ordentlich verlaufe. Nur ihre eigenen Bauten ließen sie von Auswärtigen errichten - denn wie sonst sollte Rokoko, Klassizismus und ähnliches in die Berge gekommen sein?
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